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Akademieaustausch
KLASSE MICHALK

Aufenthalt aus Anlass der Tage des Kunsthandwerks 2018

Mobirise
WIE KAM‘s?
Nach Worpswede fahren zu wollen ist für Kultur- & Kunstinteressierte fraglos erstrebenswert und bereichernd.
Da das, was gewöhnlich mit Worpsweder Kunst verbunden wird, zeitliche und stilistische Prägungen aufweist, kann sich der Kreis der Kunstinteressierten doch schon verkleinern. Und sind es vornehmlich design-„Verbundene“, was versprechen sich diese wohl von Worpswede, wenn dann auch „nur“ von Kunsthandwerk anstatt von Design die Rede ist?
Solcherlei Erstgedanken beschäftigten mich in Verbindung mit der zunächst angedeuteten und dann konkret gewordenen Einladung an unsere Studierenden und mich, an den Tagen des Kunsthandwerkes Worpswede teilzunehmen.
Natürlich, da liegt einiges auf der Hand:
1. Ist da zunächst die Aura der „Künstlerischen Brutstätte“;
2. Irgend etwas muss es mit dem Geist des Ortes in Sachen Natur und Moor auf sich haben;
3. Die Ur-Einladung verbindet sich personell mit überzeugender Fachkompetenz - Ingrid Ripke-Bolinius;
4. Ein Markt als Bewährungsprobe für die studentischen Arbeiten ist immer reizvoll;
und
5. Unsere gesunde Neugierde.
WIE WAR‘s?
„Moin“ - erstmal Moin, kurz und bündig und trotzdem freundlich, zu welcher Tageszeit auch immer. Es muss nicht 5:30 Uhr sein, aber ein nebliger Morgen „Vor den Pferdeweiden“ bildet den Tagesauftakt für Frühstück und Besprechung der Vorhaben der Gruppe.
Ja die Menschen, das bereits im organisatorischen Vorfeld erlebte Entgegenkommen, sei es bei der großzügigen Beherbergung in den Künstlerhäusern Worpswede oder den zu koordinierenden Vorhaben, der so kühle Nordische zeigte sich vorab wie vor Ort gastfreundlich, aufmerksam und entgegenkommend.
Die „Tour“ durch die Worpsweder Museen begann mit dem Barkenhoff. Uns Designern sind die Arbeiten Heinrich Vogelers naturgemäß näher. Was der Herr dabei vor mehr als 100 Jahren nicht nur an kreativer Vielfalt sondern auch mit „analoger Technik“, mit Zeichenwerkzeug und Papier, erarbeitet hat, nötigt den Voglerschen Urenkeln im Kommunikationsdesign von heute größte Bewunderung ab. Aber wir sind keineswegs Kunstbanausen; Mackensen, Modersohn, Becker-Modersohn … im Worpsweder Ambiente kennenzulernen ist besonders!
Und - das Moor, Worpswede ohne einen Fuß im Teufelsmoor, da wo es noch Moor ist, das wäre keine Worpswede-Reise. Und da war das Moor, der Teppich aus Pflanzen und viele viel Wasser so frei, der Gruppe von 12 begeisterten Teppichschwingern eine Audienz zu gewähren.
Nicht zuletzt der Markt; Reaktionen, Gespräche, Erläuterungen und Verkäufe sehr unterschiedlicher Couleur - ohne Ansehen des Studiensemesters. Die immer wieder beschworene Begegnung mit dem „wahren Leben“, wo geradlinige und ungeschminkte Kundenreaktion, Daumen hoch oder Daumen runter, über den Gestaltungserfolg entscheidet. Eine im Gros erfolgreich verlaufene Probe hier im gestaltungsinteressierten Worpswede.
UND SONST?
Hat es gehalten, was wir uns versprochen haben?
Klares JA - wobei ich mich an dieser Stelle mit Bezug zum „WIE WAR‘s“ einfach wiederholen könnte. Wie so oft im Leben macht es die Mischung …
Das Ambiente mit Blick über die Weideebenen, wie es die Weite des Landes und die Höhe des Himmels kaum besser hergeben könnte, da kommt bei aller Kulturlandschaftlichkeit noch immer Natur zur Geltung. Nicht nur Natur, auch Wetter und Menschen - es war wunderbar!
Ganz schnell noch zum „nur“ Kunsthandwerk, diesem Blick herab auf ein Gewerk, welchen sich schon Herr Modersohn zu äußern nicht enthalten konnte. Ja Unsinn! Spätestens der Blick auf die Arbeiten der Kunsthandwerker auf dem Worpsweder Markt haben gezeigt, überzeugende Qualität und authentische Wirkung sind entscheidend, nicht Etiketten wie „Kunsthandwerk“, „Kunst“ oder „Design“.
Ein Punkt ist aber noch in seiner besondere Weise erwähnenswert. Ob in vorbereitenden Recherchen, in Erklärungstexten oder Videos der Museumspräsentationen, das Reflektieren, der ständige Austausch bezüglich der künstlerischen Techniken, Intentionen und Philosophie verbindet sich mit Worpswede nachhaltig. Hierbei beschleicht mich sicher nicht zufällig die Ahnung, dass die Künstlerhäuser Worpswede wohl in direkter Linie zum Gedanken von und gegenseitiger Inspiration, von Weiterentwicklung durch Austausch und Bündelung stehen?!
Wir durften dies so erfahren!
Bericht von Knut Michalk
BUs:
Fotos: Knut Michalk

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