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LAURA BIELAU

Stipendiatin des Land Niedersachsens 2018
Atelierbesuch

Mobirise
Laura Bielau, o.T., aus ARBEIT (Nr.07 Brot), 2015, Silbergelantineabzug, Blattgröße: 70,6 x 123,3 cm, Auflage: 5 +1 AP
Die Stipendiat*innen des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur erhalten die Möglichkeit, bis zu zwei Monaten bei uns in den Künstlerhäusern Worpswede zu leben und zu arbeiten. Eine von ihnen ist Laura Bielau.
Laura Bielau hat sich vor ihrem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bereits zur Fotografin ausbilden lassen. Präzise und sachlich thematisiert sie in ihren Arbeiten nicht nur die Entstehungsprozesse von Fotografie, sondern widmet sich auch anderen Themen wie Material, Lebensmitteln, Kleidung, Tieren, Körpern - und Arbeit.
Ihre fotografische Serie „Arbeit“ umkreist das Thema und spielt mit den Erwartungen des Betrachters. Doch statt Ansichten von Büros, Fabriken oder Werkzeugen, die mit dem Begriff assoziiert werden, thematisieren die Werke dieser Serie ihre Position als Arbeiterin im Atelier, die sich mit Fotografie beschäftigt. Bielau hinterfragt damit auch ihre eigene Arbeit. Vor neutralem Hintergrund inszeniert sie in schwarz-weiß verschiedene Objekte, wie beispielsweise eine mit Butter beschmierte Scheibe Brot oder aber ein liniertes Blatt. Alltagsgegenstände, die keine Antworten liefern, sondern mehr Fragen stellen. Ihre Fotografien dieser Serie schaffen ein Bewusstsein für die Dinge, die den Alltag der Künstlerin bestimmen, ihren Kosmos, ihren Ort der Produktion, die Grundlagen für ihre Arbeit.
Ausgehend von einer intuitiven Komposition ihrer Arbeiten legt Laura Bielau bei der Ausstellung und Veröffentlichung ihrer Werke großen Wert auf die individuelle Rahmung ihrer Bilder und die Platzierung an der Wand. Vergleichbar verhält es sich mit der Gestaltung der Seiten, Setzung und Abfolge ihrer Arbeiten in ihren Fotobüchern. Ein solches Buch gestaltet die Künstlerin während ihres Aufenthalts in den Künstlerhäusern Worpswede. Ein Stapel Kopien liegt auf ihrem Tisch. Die Künstlerin stellt eine Abfolge zusammen, eine intuitive Komposition. Sie schneidet und verbindet, verwirft und ergänzt. Schritt für Schritt führt Laura Bielau das Einzelbild in einen Gesamtkontext über, der für den Betrachtenden Gedankenräume eröffnen kann.
Neben der Produktion eines Fotobuchs beschäftigt Laura Bielau in Worpswede eine andere Projektidee bei der Bauernhöfe und Nutztiere eine wichtige Rolle spielen. Große Faszination übt die Intelligenz von Hühnern auf die Künstlerin aus und diente ihr bereits mehrfach als Thema für ihre Arbeiten. Ihre Bildkompositionen erscheinen bei diesen Sujet nicht nur in schwarz-weiß, sie sind fokussiert auf das Wesentliche und dennoch niemals nüchtern.
Worpswede bot der Künstlerin Ruhe und die Möglichkeit sich über die nächsten Schritte klar zu werden. So stand für sie am Ende ihres Aufenthaltes in den Künstlerhäusern Worpswede fest, dass sie zukünftig wieder verstärkt im Außenraum arbeiten möchte und damit die letzten Arbeiten, die vornehmlich im Atelier entstanden, ruhen zu lassen.
Am Donnerstag, 22. November 2018 um 19 Uhr lud Laura Bielau herzlich alle Mitglieder und Interessierten in ihr Atelier Nr. 5 ein. Im Gespräch mit der Künstlerin (moderiert von Katharina Groth) wurde u.a. der Entstehungsprozess ihrer Fotografien thematisiert.

Mobirise
Laura Bielau, o.T., aus ARBEIT (Nr.06 Auge), 2017, Silbergelantineabzug, Blattgröße: 71 x 106 cm, Auflage: 5 +1 AP
Mobirise
Laura Bielau, HÜHNER, aus COLOR LAB CLUB, 2017, C-Print, Blattmaß: 24,2 x 30,1 cm, Auflage: 5 +1 AP