STIPENDIUM PLUS
Aria Farajnezhad, Zainab Haidary, Elard Lukaczik überzeugten die Jury mit ihrem eingereichten Projektvorschlag als Gruppe ZEFAK.

stipendiumPLUS2020ZEFAmittel

Mit "Future Archives" sammeln sie zukunftsorientierte Aufzeichnungen, die während ihrem Aufenthalt in den Künstlerhäusern Worpswede entstehen. Mehrdimensionale Untersuchungen entstehen hierzu im Dialog mit Netzwerken, Laboren und Forschungszentren aus unterschiedlichen Bereichen wie Klimabewegungen, Kunst, Naturschutz. Künstlerische Praxis versteht das Kollektiv als Möglichkeit eine Art proaktiven Modus zu schaffen und an der Gestaltung einer gerechten Zukunft teilzuhaben. Dabei schauen die Künstler*innen nicht nur auf den lokalen Kontext in Worpswede, sondern betrachten vielgestaltige Aktivitäten international in diversen Zusammenhängen. Vergangene und bestehende Entwicklungen spielen eine Rolle, wie das Zeitalter des Menschen (Anthropozän), das Zeitalter des Geldes (Kapitalozän ) oder das Zeitalter des Feuers (Pyrozän), und die Spekulation des Unbekannten.

Die offene Arbeitsweise führt neben dem Archiv zu Vorträgen, performativen Aktivitäten und öffentlichen Veranstaltungen.

Die Ausschreibung endete am 12. Januar, die Jury Sitzung fand am 23. Januar statt, die öffentliche Bekanntgabe ist Ende Januar 2020. Bereits am 7. April startet das Stipendium. Das Stipendium PLUS wird durch die großzügige Unterstützung der Karin und Uwe Hollweg Stiftung ermöglicht und wurde von Katharina Ritter, M.A. initiiert.

Das Modellprojektes „Gemeinschaftliche Vielfalt“ unterstützt neue Formen der Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen wie in eigen initiierten Projekten und Stipendien. Das neue Förderkonzept STIPENDIUM PLUS sieht vor, Künstler*innen ein Wohn- und Arbeitsstipendium zu ermöglichen, kombiniert mit einem erweiterten Budget, womit sich die Stipendiat*innen zusätzliche Kooperationspartner*innen einladen können: So können sie kurzzeitig mit Gästen aus verschiedenen Feldern, auch außerhalb der Kunstwelt, wie Naturwissenschaft oder Neurobiologie, zusammen arbeiten. So wachsen neue Formen der Zusammenarbeit. Die ursprüngliche Idee des individuellen Aufenthaltsstipendiums erhält damit einen neuen Impuls.

Die Ausschreibung für das 12-monatige Stipendium ist für internationale Künstler*innen aller Sparten offen und beinhaltet den Aufruf explizit auf das neue Förderkonzept einzugehen. Die Auswahl einer, eines Stipendiat*in findet mit einer fachkundigen und unabhängigen Jury statt. Begutachtet wird die künstlerische Qualität der eingereichten Ideen zu Projekten und Arbeiten. Die Besetzung der Jury sollte mit diesem System jährlich wechseln.

Künstlerische Praxis versteht das Kollektiv als Möglichkeit eine Art proaktiven Modus zu schaffen und an der Gestaltung einer gerechten Zukunft

Die Gruppe ZEFAK überzeugte aus 63 internationalen Bewerbungen.

Zur Jury 2020 gehörten
- Dr. Arie Hartog, (2. Vorsitzender Künstlerhäuser Worpswede e.V., Museumsdirektor Gerhard-Marcks-Haus Bremen)
- Prof.in Dr. Almut Linde (Künstlerin, Interdisziplinäre künstlerische Praxis, Muthesius Kiel)
- Stefan Pente (Künstler Berlin)
- Katharina Ritter, M.A. (Künstlerische Leitung Künstlerhäuser Worpswede e.V.)