21. -23. August 2020

Ende August versammelte ZEFAK (Stipendium PLUS, Karin&Uwe Hollweg Stiftung) zahlreiche Besucher*innen und Workshopteilnehmer*innen in den Künstlerhäusern. Während dieser drei Tage haben sich lokale Künstler, Wissenschaftler und Aktivisten eingefunden, um eine kritische Diskussion über die Vorstellung des Anderen zu führen, indem sie die besonderen Kämpfe und Strategien der Gegenwart betrachteten. Das Symposium hat mit einer Präsentation des Kollektivs Chateau Lu begonnen, einem von Studenten geführten Café an der Universität der Künste Bremen. Dorsa Eidizadeh und Tabea Erhart, zwei Vertreterinnen, gaben eine kurze Einführung in die Überlebensmethoden innerhalb der Institution. Bald darauf ging das Zefak-Kollektiv auf die Absicht ein, das Symposium zu organisieren: Raum schaffen, Ressourcen teilen und den Diskurs aktivieren. Die Präsentation endete mit einer vom Manifest strukturierten Vortragsvorstellung. Der Abend wurde mit einem Workshop von Lilja Girgensohn fortgesetzt, der sich mit der Frage befasste, wie die gemeinsame Erzählung der linken Politik, im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit der Zukunft, überwunden werden kann. Ein Spiel, über das jeder ausführlich diskutieren würde, wenn Konstrukte wie Geld, Familie und Schule transformativ betrachtet würden. Der zweite Tag startete mit Aline Plötz, einer Geophysikerin des Alfred Wegener Instituts, die über die Auswirkungen der Gasexploration in der Region sprach, welche langfristig Erdbeben verursacht. Solidaritree diskutierte dann mit allen die Möglichkeit der Emanzipation der Arbeit und ihre Praxis der geteilten Wirtschaft, die es den Kollegen im Kollektiv ermöglicht, sich ganz ihrem politischen Aktivismus zu widmen. Tiziana Ratcheva brachte dann die Beziehung zwischen Eigentum, als einem der ersten Bürgerrechte der liberalen Politik und dem Verständnis des (europäischen) Menschenrechtssubjekts, als autonomes Individuum, zur Sprache. Horner Eeck, ein Barkollektiv aus Bremen, fuhr fort und diskutierte, wie Genossenschaften ein Baustein auf dem Weg zum demokratischen Sozialismus sein könnten. Am dritten Tag endet das Programm mit einer spannenden Diskussion, die von Brun Morais, einem Mitglied der Queeraspora, initiiert wurde und sich um Körper, Geschlecht, Identität und Kommunikation von Figuren der brasilianischen Queer-Szene drehte.