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Fritjof Mangerich 

Stipendiat des Land Niedersachsen 2017
Atelierbesuch in den Künstlerhäusern Worpswede 2018

Fritjof Mangerich erhielt im Jahr 2017 vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur ein Jahresstipendium, das ihm auch einen zweimonatigen Aufenthalt in den Künstlerhäusern Worpswede ermöglichte. In den Martin-Kausche-Ateliers beschäftigte er sich mit der Entwicklung einer neuen ortsbezogenen Arbeit. In seinem zweiten Worpswede-Aufenthalt in 2018 blickte der Künstler außerdem gespannt auf das Jahr 2019 mit seinem New York-Stipendium voraus, das ihm durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ermöglicht wird. Im Anschluss an den Aufenthalt in New York ist zudem eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Osnabrück geplant. Bei all den aufregenden Zukunftsprojekten kam die Ruhe und der Freiraum in den Künstlerhäusern Worpswede für Fritjof wie gerufen.

Fritjof Mangerichs künstlerische Praxis lässt sich mit dem Begriff Klangkunst allein nicht ausreichend beschreiben, vielmehr lotet er die Beziehungen zwischen Klang und Architektur, Körper, Gesellschaft und Politik aus. Genaue Forschungen und eine lange Entwicklungsdauer gehen seinen Arbeiten voraus. Mit Klang untersucht er räumlichen Kontexte und lässt diesen neu erfahrbar werden. Seine akustischen Arbeiten entwickeln dabei eine starke skulpturale Qualität.

Für den Abschluss seines Diplomstudiums an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig im Jahr 2016 eignete er sich beispielsweise ein verlassenes Einfamilienhaus in Braunschweig an. Er aktivierte das Gebäude im Inneren akustisch, ließ das Haus selbst Klänge generieren und diese nach außen tragen. Der gesamte Baukörperwurde dabei zum plastischen Resonanzkörper.

In Worpswede bereitete er Bestandteile seiner Forschungsarbeit „Neuroschuppen“ vor. Die Arbeit installierte er Anfang des Jahres 2018 in Berlin in situ. Erneut nutzte er einen Baukörper in der urbanen Peripherie als Wirt für seine Arbeit. Dieses Mal brachte er auf die Außenhaut des Gebäudes mehrere sensorische, spürbar in ihrer Eigenfrequenz schwingende Fremdkörper an. Ähnlich einem invertiertem EEG, wurde in der Arbeit „Neuroschuppen“ die Übertragung von Information bzw. Aktivität auf einen Körper untersucht und nachgebildet.

Für seine Forschungen hält sich Fritjof Mangerich ein Zitat des ungarisch-britischen Architekten Ernő Goldfinger vor Augen: „A particle is snatched from space, rhythmically modulated by membranes dividing it from surround chaos: that is Architecture. There is other enclosed space, not modulated, not rhythmic, but that is not Architecture.“ (Ernő Goldfinger, Architecture: the Art of Enclosing Space, in: Muriel Emanuel, Contemporary Architects, London 1980, S. 296)

Das Besondere seiner Arbeitsweise ist, dass sich Fritjof Mangerichs Schöpfungen kaum dokumentieren lassen, da sie mit allen Sinnen nur vor Ort und körperlich zu erleben sind. Der Moment und das eigene Erleben sind entscheidend.


Mobirise
Fritjof Mangerich, Arbeitssituation Künstlerhäuser Worpswede im Jahr 2017, Foto: Fritjof Mangerich 
Mobirise
Fritjof Mangerich, Neuroschuppen, 2018, Zellan©, Vaseline, Paraffin, Transducer, Lautsprecherkabel, Verstärker, Computer, Diverse, Mariendorfer Hafensteg, 12107 Berlin, in situ, Foto: Fritjof Mangerich